Archiv der Kategorie: Kultur

Mein Juli

Der Juli fing wettermässig mit einer Sommerpause an, kühle, angenehme Nächte und am Tag wehte die Bise. Wenn man einen eigenen Garten und viele Blumen ums Haus hat, dann ist das Wetter nicht nur ein lockeres Gesprächsthema, sondern es bestimmt den Alltag. Der Monat war wieder viel zu trocken und das bisschen Regen mochte nicht einmal den kleinen Brunnen füllen. Die schönen Tage verbrachte ich draussen im Open Air Kino, im Freilichttheater oder unterwegs mit dem Velo. Ach ja, fast hätte ich es vergessen, ich kaufte mir eine neue Nähmaschine, die viel mehr kann als ich wahrscheinlich je gebrauchen werde.

Geht zu: Monatscollage, DND, Sommer ist wenn …, Sommerglück, Freutag.

Arsen und Spitzenhäubchen

An unserem alljährlichen gemeinsamen Sommerabend im See-Burgtheater schauten wir uns den Krimiklassiker „Arsen und Spitzenhäubchen“ an.

Eine bitterböse, morbide Krimikomödie, die 1941 am Broadway uraufgeführt wurde. Für alle, die schwarzem Humor mögen. Zwei biedere Schwestern wollen nur das beste für die älteren, einsamen Herren und kredenzen den Holunderwein mit einer Prise Arsen, dazu Strychnin und Zyankali. Um die lästige Entsorgung der Herren kümmert sich ein Neffe, der sich für den Amerikanischen Präsidenten hält. Ein Haufen Leute versucht, die Leichen im Haus zu verschieben, ohne dass es die anderen merken.

Die Kulisse ist ein Riverboat, das sich um 360 ° drehen lässt. Die Drehbühnen war sehr eindrucksvoll und hat uns begeistert.

In der Pause kam ein weiteres Spektakel dazu, als der Vollmond am Himmel aufging und eine romantische Stimmung an den Nachthimmel zauberte.

Auf der Heimfahrt verdunkelte sich der Himmel zusehends. Man konnte wunderbar die partielle Mondfinsternis am Himmel beobachten, wie der Mond im Kernschatten der Erde eintauchte.

Ein sehr schöner Sommerabend, den wir sehr genossen. Genauso wie ich es am liebsten habe.

Samstagsplausch, Sommer ist wenn …, My Corner of the World, Sonntagsglück

Sommer ist, wenn …

… wenn ich meine Tasche bereit stelle fürs Open Air Kino und einen schönen Sommerabend erleben kann unter freiem Himmel. Für den Film Green Book gewann ich zwei Billette. Der Film beruht auf wahren Tatsachen, spielt in den 60-Jahren, hat nichts an Aktualität verloren und wird mit viel Witz gespielt.

Vor so einer wunderschönen Abendkulisse ist sogar das Warten bis es dunkel ist ein Genuss.

Sommer ist auch, wenn wir den Abend zu Hause am See verbringen, genüsslich ein Glacé schlecken und es ganz lange warm und hell ist.

Momentan ist es zu Hause auf der Terrasse mit den neuen Solarleuchten so gemütlich, dass der Sommer für mich ewig dauern könnte. Zurzeit ist die Sommerhitze bei uns ganz erträglich. Die Nächte kühlen auch wieder ab und man kann das Haus lüften.


Samstagsplausch, Sommerglück, Sommer ist, wenn …, Sonntagsglück

Alles Rosen heute

Die Rose schaffte es diesen Monat in den 12telBlick. Ich durfte in einem privaten Rosengarten mit dem Lensball experimentieren. Und dies an einem heissen Sommertag. Wer auch mit der Glaskugel fotografiert, weiss wie schnell der Glasball wie eine Lupe funktioniert und anfängt Löcher zu brennen. Ich hatte Hilfe beim Positionieren der Kugel und wir beide verbrannten uns fast die Finger.

Jedes Jahr Ende Juni, heuer schon zum 18 Mal, findet in Bischofszell die Rosen- und Kulturwoche statt. Ich besuche die Rosenpracht sehr gerne. Die grösste Rosenschau der Schweiz verwandelt die Altstadt in eine Gartenlandschaft. Jedes Jahr gibt es auch ein ansprechendes Kulturangebot.

In der Rosenstadt blühen auf vielen Plätzen die Königin der Blumen wie hier auf dem Schlosshof.

Und wenn man über den roten Teppich schreitet,

kommt man an den Burggraben mit einem Bauerngarten.

Viele lauschige Plätzchen laden zum Verweilen ein.

Gestalterisch lassen sich die Aussteller immer wieder neues einfallen.

Vor dem schönen Rathaus finden am Nachmittag und Abend für jeden Geschmack Konzerte und Darbietungen statt.

Nicht immer reichen die Stühle für die zahlreichen Besucher. Dann sitzt man halt auf den Steinblöcken.

Sehr schön zum Anschauen, aber nicht zum Schlafen ist das Rosenhimmelbett.

Bei dieser wunderbaren Kulisse bleibt man immer wieder stehen, staunt und bewundert.

Die Rosen- und Kulturwoche ist jedes Jahr ein Besuch wert.

Geht zu : Samstagsplausch, Ab in den Garten, Sommerglück, Sonntagsglück und 12telBlick

Juni 2019

Im Juni war einiges los bei mir. Ich erweitere meinen Horizont in der Fondation Beyeler und bei einem Kurzurlaub in Thüringen. Diese Gegend kannten wir noch nicht und waren ganz begeistert. Wir feierten auch diesen Monat. An einer kleinen feinen Geburtstagsfeier mit der Familie und einer unkonventionellen Hochzeit, die gleichzeitig auch eine Abschiedsfeier war. An den vielen Fotos sieht man, dass im Garten eine wunderbare Blumenpracht blüht. Und im Garten können wir jetzt fleissig ernten und den Vorrat in der Tiefkühltruhe auffüllen mit Kefen, Blumenkohl und Mangold. Den Salat und die Kohlraben essen wir ganz frisch. Nach dem vielen Regen steigt der Wasserpegel des Sees immer höher. Ich war oft am See und beobachtete den Pegel, bis das Wasser über das Ufer floss.

Birgitt sammelt alle Monatscollagen, Gishlana DND, Andrea alles aus dem Garten und Wolfgang und Loretta Sommerglück

Zum Glück nicht Alltäglich!

Von unserem Besuch in Erfurt und Weimar habe ich schon geschrieben, nicht so unbeschwert war der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald, die zwischen den beiden Städten liegt. Die Anfahrt war wunderschön vorbei an riesigen Kornfeldern soweit das Auge reicht. Solche grosse Flächen unbebauter Landschaften findet man bei uns nicht.

Der rote Mohn und die blauen Kornblumen waren ein herrlicher Anblick in ihrer vollen Pracht. Die Stelle am Feldrand sah aus, als hätte der Bauer die Blumensamen einfach noch ausgeschüttet. So dicht wuchsen sie am Wegrand.

Als wir bei der Gedenkstätte ankamen, schauten wir zuerst einen Dokumentarfilm über das schreckliche Geschehen aus dem Zweiten Weltkrieg. Drei ehemalige Gefangene erzählten im Film von ihrer Haft. Bei vielen Aussagen bekommt man einen Kloss im Hals. Wenn man hört, dass man für ein paar rohe Kartoffelschalen von Mitgefangenen fast erwürgt wird, macht einem das sehr nachdenklich. Nachher machten wir eine Führung durch die Anlage.

Auf dem nächsten Bild sieht man den Lagereingang. Wer durch dieses Tor kam, für den gab es kein Zurück mehr.

Die Uhr oben am Eingangsturm steht seit dem Ende der Grausamkeiten um Viertel nach Drei symbolisch still.

Der Spruch an der Eingangstür spricht eine eigene Sprache.

Die grösse des Geländes, das mit Stacheldraht und Wald eingezäunt war, lässt einen nur erahnen, was sich da abspielte.

Namen wurden hier nicht verwendet, jeder hatte eine Nummer und war einem Block zugeteilt. Ein pensionierter Geschichtslehrer führte uns durch die Räumlichkeiten und das Gelände. Er erzählte uns die ganzen Gräueltaten so human wie möglich und machte uns auf detaillierte Zeichen aufmerksam. Er musste viele Fragen beantworten.

Als wir uns auf den Weg machten, hingen dunkle Wolken über Buchenwald und passten zu unserer Stimmung.

Als wir vom Parkplatz wegfuhren, wies uns das Navi den Weg. Als die Stimme sagte, biegen sie links ab und fahren sie auf der Blutstrasse weiter, fuhr mir ein letztes Mal an diesem Tag ein Schrecken durch Mark und Bein.

geteilt: AnnA, DND

Thüringen

Unsere Pfingstferien verbrachten wir in Thüringen und besuchten die Orte Erfurt, Weimar und Lauscha. Schon länger wollte ich, im Gegensatz zu meinem Mann, in die neuen Bundesländer reisen. Dementsprechend war seine Begeisterung als ich die Reise plante. Die Anfahrt war wie erwartet, mit Stau auf der Autobahn, nicht so prickelnd. Doch dafür war unser erster Eindruck von der Erfurter Altstadt sehr positiv. Eine sehr schmucke Stadt mit vielen schön renovierten Häuser.

Schon bald standen wir vor einem der Wahrzeichen der Stadt, der Krämerbrücke. Diese führt 120 m über den Fluss Gera und ist mit 32 Häusern bebaut. Sie zählt zu den längsten komplett bebauten und bewohnten Brücken Europas. Wir spazierten gleich mehrmals darüber.

Fast in jedem der Häuser befindet sich im Erdgeschoss ein Geschäft und darüber ein Wohnhaus.

Zwischen den Häusern merkt man gar nicht, dass man auf einer Brücke läuft. Die Brücke ist auch von aussen ein schöner Anblick.

Und von oben, vom Turm der Ägidienkirche.

In Erfurt gibt es natürlich nicht nur die Krämerbrücke, in der Stadt befindet man sich auch auf den Spuren von Martin Luther.

Zehn prägende Jahre seines Lebens verbrachte Martin Luther in Erfurt. Diese Zeit hatte erheblichen Einfluss auf das Denken und Wirken des späteren Reformators.

Im Dom wurde der junge Luther zum Priester geweiht. Alljährlich am 10. November zum Martinsfest feiert Erfurt Luthers Geburtstag und gedenkt gleichzeitig des Heiligen Martin. 

Im Dom hatten wir das Vergnügen ein Orgelkonzert mit Werken von Franz Liszt zu hören.

Erfurt ist eine Reise wert und es gäbe noch viel zu erzählen. Ich machte auch unzählige Fotos.
Weiter ging unsere Reise nach Weimar und wir begaben uns auf die Spuren von Goethe und Schiller. Mit dem Goethe- und Schillerdenkmal vor dem Deutschen Nationaltheater wird an die beiden Dichter erinnert. Nicht ganz zufällig schauen sich die Bronzefiguren der beiden Herren nicht an. Ihr Verhältnis zueinander war nicht das beste. Solche Anekdoten finde ich besonders spannend.

Mit Pferdekutschen kann man sich wie damals die Dichter durch die Stadt kutschieren lassen.

Oder man läuft auf den gepflasterten Wegen, die schon Goethe immer ging, wenn er zu seinem Gartenhaus am Fluss wollte. Anscheinend wohnte in einem der Häuser auch seine Geliebte.

Das Schillermuseum befindet sich neben Schillers Wohnhaus in einer schönen Alleestrasse. Schiller wohnte aber nur 6 Jahre in Weimar, wo er auch starb.

Bildergebnis für schillerhaus weimar

Ich hätte noch ganz viel zu erzählen, wobei man nicht alles behalten kann, was man erfährt. Uns gefiel es sehr gut. Ein persönliches Highlight für mich war, dass auch mein Mann begeistert war. Wir werden gerne wiederkommen.

Geteilt bei: Samstagsplausch, Sonntagsfreuden

Taschentuchbaum

Im Alten Botanischen Garten in Zürich entdeckte ich einen mir unbekannten Baum. Dort wächst und blüht ein Taschentuchbaum, auch Taubenbaum genannt. Von weitem glaubt man wirklich, er wäre voller weisser Tauben. Der Baum stammt ursprünglich aus China.

DSC01923

Bei näherer Betrachtung staunte ich über die weissen Blätter, die bis auf den Boden reichten. Darum geht der Baum auch zu Ghislana.

DSC01920

In Zürich wäre ich nicht erstaunt gewesen, wenn es sich um ein Kunstobjekt gehandelt hätte, bei dem man tatsächlich Taschentücher an die Äste gebunden hätte. Aber ich konnte mich selber überzeugen, dass es echte Blätter sind.

DSC01918

DSC01921

DSC01922

Durch den Garten führte uns unsere Route, auf der wir noch so manche schöne Stelle kennen lernten.

Vera sucht AnnA Andrea alles über Gärten

der junge Picasso

Wir machten einen ganz besonderen Ausflug nach Riehen mit vielen Eindrücken.
Auf dem Weg hielten wir in Rheinfelden an und bummelten durch die Altstadt, da hat es und letztes Jahr schon so gut gefallen.

Dann ging es zu unserem eigentlichen Ziel, die Fondation Beyeler, ein Kunstmuseum und eine Stiftung. Die Fondation lockte uns mit einer hochkarätigen Ausstellung.

Wir besuchten die Ausstellung „Der junge Picasso“, aus der sogenannten Blauen und Rosa Periode, also Werke aus den Jahren 1901 -1906. Es sind noch keine zerlegten Kubistischen Bildern, die wohl jeder kennt. Es sind Bilder auf Picassos Weg zum berühmten Künstler, und aus einer Zeit als er noch in Armut lebte.

Neben der Ausstellung wollte ich schon lange einmal die Ausstellungshallen mit dem wunderschönen Park besichtigen.

Ich selbst verstehe nicht viel von Kunst. Aber die Ausstellung warb mit Superlativen, dass die Bilder dieser Schaffenszeit zu den schönsten und emotionalsten der Moderne zählen und in dieser Fülle nicht mehr gemeinsam an einem Ort versammelt zu sehen sein werden, diese Gelegenheit wollte sogar ich mir nicht entgehen lassen. Und da ich aufgeschlossen bin und gerne immer wieder Mal was Neues lerne, nahm ich an einer Führung teil. Das war genau das richtige für interessierte Laien. Wir erfuhren viel über das Leben des Künstlers, seine Techniken und die Bedeutung der Werke zur damaligen und heutigen Zeit.

Wir sahen das Bild La Vie, eines von Picassos ersten Meisterwerken. Die Darstellung der drei Lebensalter: Kindheit, Jugend und Alter, als auch den Tod, das Leid und die Liebe war sehr eindrücklich. Eindrücklich ist auch, dass der Versicherungswert sechs Nullen hat.

Als junger, armer Künstler bemalte Picasso viele Bilder auf der Vorder- und Rückseite. Dank der modernen Röntgentechnik konnte man feststellen, dass manche seiner Werke mehrmals übermalt sind. Solche Einzelheiten machen eine Führung besonders spannend und man schaut die Werke mit anderen Augen an.

Die Ausstellung und die Räumlichkeiten gefielen uns sehr gut und wir erlebten einen eindrücklichen Tag zusammen.

Bei: Samstagsplausch, Gartenglück, Sonntagsfreuden

JOHLE UND BRAUE

Wer kann sich etwas vorstellen unter Johle und Braue? Wahrscheinlich geht es vielen wir mir, nämlich nicht viel. Unsere Tochter schenkte meinem Mann gemeinsame Zeit und einen Tageskurs, der die Kunst des Jodelns und Bierbrauens vereint. Noch am Morgen hatte mein Mann keine Ahnung was die Tochter mit ihm vorhatte und liess sich auf das Abenteuer ein.

Unterstützt wurden die Hobby-Jodler mit typischen Talerschwing-Becken. Mit einem Fünffrankenstück bringt man, wenn man geschickt ist, das Becken mit gleichmässigen, leichten Wiegebewegungen ins Schwingen. Das Geldstück muss immer schön seine Runden in der Schüssel drehen. Das ist ein alter Sennenbrauch der Vorwiegend im Appenzellerland und Toggenburg bekannt ist.

Mein Mann war stolz, dass er das Talerschwingen fast auf Anhieb beherrschte.

Natürlich war das Talerschwingen nicht alles. Ein ausgebildeter Musiker studierte mit der Gruppe an diesem Tag einen Naturjodler ein und verstand es dabei, jeden der Gruppe dort abzuholen, wo seine Fähigkeiten waren. Bis am Abend ist es ihm gelungen, mit allen Teilnehmern zusammen einen Naturjodel zu singen und ein paar Volkslieder wie „Sennele hoiha hoa“ vorzutragen.

Zur Auflockerung zwischen den anstrengenden Singproben gab es eine Führung in der Hausbrauerei.

Von der Herstellung mit verschiedenen Zutaten bis zur Degustation gefiel natürlich auch dieser Teil meinem Mann. Singen macht durstig und ein Bier ölt die trockene Kehle.

So ein Vater-Tochter-Tag ist etwas sehr wertvolles und wenn man dabei noch etwas ganz unbekanntes gemeinsam erlernt, ist er umso schöner. Ich bin mir sicher, dass die beiden noch lange Zeit davon erzählen und wer weiss, wann der nächste Naturjodel ertönen wird.

verlinkt bei: Andrea, Andrea, Kathrin