Seit mehr als zwanzig Jahren haben wir in unserem Vorgarten einen Teich. Von Anfang an gehörten Seerosen dazu. Zu Beginn hatten wir zwei Pflanzen: eine weisse und eine rosa Seerose. Schon beim Kauf wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass diese Pflanzen viel Platz brauchen. Da unser Teich etwa drei Meter lang und fast zwei Meter breit ist, waren wir aber überzeugt, dass zwei Seerosen darin gut Platz haben.
Das nächste Bild ist schon ein paar Jahre alt, aber so schön blühte es jedes Jahr in unserem Teich. Immer wieder blieben Leute stehen und freuten sich am satten Grün und an den farbigen Blüten. Die weisse Seerose hat leider nicht lange überlebt, aber die rosa Seerose entwickelte sich prächtig.

In den letzten Jahren hatten wir jedoch immer öfter Probleme mit dem Wasser. Es bildeten sich immer mehr Algen, und der Teich wurde zunehmend unansehnlich. Also beschlossen wir, ihn einmal ganz zu leeren. Mit einer Pumpe ging das recht schnell. Doch dann kam das grosse Problem: Eine einzige Seerosenpflanze war so gross und schwer geworden, dass selbst zwei starke Männer sie nicht aus dem Teich heben konnten. Mein Mann musste die Pflanze schliesslich mit der Stichsäge in Stücke schneiden, damit wir sie entfernen konnten.

Da der Hochdruckreiniger ohnehin schon bereitstand, wurde die Teichfolie gleich gründlich gereinigt. Zuvor hatten wir die Molche so gut es ging zwischengelagert, damit sie die grosse Reinigungsaktion unbeschadet überstehen.

Im leicht erhöhten Teil des Teichs platzierte unsere grosse Enkelin zusammen mit dem Grosspapi Steine und setzte Wasserpflanzen dazwischen. Dabei staunte sie nicht schlecht, wie tief der Teich wirklich ist. Bis jetzt hatten wir den Enkelkindern immer verboten, alleine zum Teich zu gehen, weil sie hineinfallen und ertrinken könnten. Als sie nun im leeren Teich stand, meinte sie ganz erstaunt, er sei ja tiefer als sie gross ist.

Eine Umwälzpumpe haben wir nicht, weil Seerosen stilles Wasser mögen. Ein Regenwasserrohr speist den Teich und sorgt normalerweise für etwas Sauerstoffzufuhr. Da der Regen aber immer öfter ausbleibt, müssen wir uns wohl langfristig etwas überlegen.

Nun warten wir auf Regen und haben den Teich deshalb nicht gleich vollständig mit Leitungswasser gefüllt.

Aktuell sieht unser Teich schon wieder deutlich besser aus. Leider war es nicht der Regen, der ihn gefüllt hat! Weil ich mein Giesswasser aber nicht so weit tragen wollte, musste schliesslich doch wieder der Schlauch helfen.

Eine neue Seerose ist inzwischen auch schon gekauft. Ich hoffe, dass sie sich bald bei uns wohlfühlt und gut anwächst. Die alte Pflanze mussten wir entsorgen, denn ihr Wurzelwerk war einfach viel zu gross geworden.
Jetzt bin ich gespannt, wie lange es dauern wird, bis unser Teich wieder so schöne Blüten zeigt wie früher. Ich werde sicher darüber berichten.

Liebe Pia, was für eine Überraschung, wie groß eine einzelne Seerose im Laufe der Jahre werden kann. Besonders die Geschichte mit Eurer Enkelin hat mir gefallen, die erst im leeren Teich erkannt hat, wie tief er eigentlich ist. Nun drücke ich die Daumen, dass sich die neue Seerose schnell einlebt und Euch bald wieder mit schönen Blüten erfreut. Herzliche Gartengrüße, Nicole.