Die Königin

Die Königin 

Ich hab dich zur Königin ernannt.
Größere gibt es, größer als du.
Reinere gibt es, reiner als du.
Schönere gibt es, schöner als du. 

Doch du bist die Königin. 

Wenn du durch die Straßen gehst,
erkennt dich keiner.
Niemand sieht deine Krone aus Kristall, niemand schaut
den Teppich aus rotem Gold,
den jeder Schritt von dir betritt,
den Teppich, der gar nicht da ist. 

Und wenn du erscheinst,
rauschen alle Flüsse
in meinem Körper auf, rütteln
die Glocken am Himmel,
und ein Hymnus erfüllt die Welt. 

Nur du und ich,
nur du und ich,
meine Liebe,
hören ihn tönen. 

Pablo Neruda

Keine leichte Aufgabe, die uns Andrea diesen Monat stellt mit dem fast unsichtbaren Gedicht. Da war bei mir zuerst nur das weisse Stück Leinen und ganz viele Gedanken im Kopf.

Für das Grössere, Reinere und Schönere, wählte ich die Schmetterlinge die zum Flug ansetzen. Es gibt Grössere, Reinere und Schönere, doch für mich sind sie ganz individuell meine Königinnen.

Niemand sieht die Befestigung mit den goldschimmernden Sternen und doch sind sie da. Niemand bemerkt den Zauber des Goldes und doch ist er da.

Und wenn du erscheinst rauschen Flüsse. In Gedanken rauschen Flüsse auch in mir, reissen die Gedanken mit sich, aber tief im Herzen sind die Sterne verankert.

Wie Tränen liegen die Edelsteine auf den Blüten. Nicht immer geht es gut aus zwischen dir und mir.

Das Werk bekam sinngemäss einen roten (Teppich-)Rahmen. Ob es sichtbar oder unsichtbar bei mir bleibt, wird sich zeigen.

Mein Königinbeitrag geht zu Andrea.

4 Gedanken zu „Die Königin“

  1. Es ist so spannend, wie verschieden die Assoziationen zu diesem Gedicht sind, und wie es zu so verschiedenen gleichermaßen tollen Ergebnissen führt. Lieben Gruß Ghislana, endlich auch fertig, und nun darf ich gucken 😉

  2. Liebe Pia,
    endlich komme ich dazu dir zu deiner Königin zu schreiben. Es war wirklich nicht ganz einfach. Du hast den Schmetterling und ich an die Sonne gedacht, die mich in den letzten Tagen ganz schön Braun gemacht hat.

    Ich sehe aus, als hätte ich stundenlang auf dem Feld gearbeitet und bin richtig schön Braun :-))).

    Mir hat deine Umsetzung sehr gut gefallen und nun gucken wir mal, was Andrea uns das nächste Mal für eine Aufgabe stellen wrid.

    Lieben Gruß und hab ein schönes Wochenende

    LG Eva

  3. Ah, da tauchen gleich ähnliche Bilder bei Dir auf, wie mir beim Lesen kamen – Schmetterlinge, Blumen, das Gold, das Rot… Und dann ergiesst sich ein ganzer Fluss an Inspirationen und Gedanken. Wie schön, dass Du sie im Stoff als Material zum Ausdruck gebracht hast.
    „Das fast unsichtbare Gedicht“ – das hast du so wunderbar und treffend formuliert. Da muss man schon etwas zaubern, um es in Szene zu setzen. Fein, dass Du wieder dabei warst!!
    Liebe Grüsse
    Andrea

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